Sarah Kuttner, Kurt

Lena und ihr Freund Kurt haben sich entschlossen, aus Berlin wegzuziehen und ein altes Haus auf dem Land zu kaufen. Kurts Sohn, der auch Kurt heißt und hauptsächlich bei seiner Mutter in Brandenburg lebt, kommt jetzt in die Schule und kann deswegen nicht mehr so ohne weiteres zu seinem Vater nach Berlin kommen. Und so ziehen Lena und Kurt in die Nähe von Kurts Ex-Frau und der kleine Kurt wechselt regelmäßig zwischen den beiden Wohnungen.

Lena und Kurt genießen die Zeit mit dem kleinen Jungen, es wird viel gelacht und viel Unsinn gemacht. Aber Lena tut sich auch schwer mit ihrer neuen Rolle. Soll sie sich als Zweitmama für Kurt fühlen? Darf sie sich in die Erziehung einmischen? Soll sie Kurts eigentlicher Mutter sagen, wenn sie mit deren Entscheidungen nicht einverstanden ist?

Schlagartig ändert sich alles, als kurze Zeit nach dem Umzug der kleine Kurt nach einem Sturz von einem Klettergerüst verstirbt. Lena und Kurt bleiben in dem Haus mit dem großen Garten, das sie wegen des Kindes erworben haben, zurück. Und der große Kurt vergräbt sich in seiner Trauer, verstummt fast vollständig und sucht Halt bei seiner Ex-Frau.

Lena ist mit ihren Gefühlen und Zweifeln alleingelassen: Darf sie auch trauern, auch wenn sie nicht Kurts Mutter ist? Kann sie ihren Freund in dessen unendlicher Verzweiflung wirklich verstehen, oder kann das nur jemand, der selbst ein Kind hat? Wie soll sie mit ihm sprechen, wird sie ihn jemals wieder erreichen?

Die Autorin zeichnet ein überaus vielschichtiges Bild einer Beziehung, über die eine Katastrophe hereinbricht. Sie schafft es, eine Sprache zu finden für die Wortlosigkeit, die zwischen Lena und Kurt herrscht. Es ist erstaunlich: Sarah Kuttner ist erwachsen geworden.

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