Fred Vargas: Der Zorn der Einsiedlerin

Der Zorn der Einsiedlerin von Fred Vargas

Nein, ein gewöhnlicher Krimi ist es nun wahrlich nicht, den die „Königin des französischen Kriminalromans“ (Figaro) geschrieben hat. Schon dass neben der eigentlichen Fall von Kommissar Adamsberg noch sozusagen im Vorbeigehen weiterer Mordfall gelöst wird, passt nicht ins Krimiraster.
Mehr oder minder zufällig stößt Adamsberg darauf, dass sich einer seiner Mitarbeiter für Todesfälle durch Spinnenbiss interessiert. Seiner Intuition folgend beschäftigt sich der Kommissar mit diesen Todesfällen. Er glaubt nicht an Unfälle, er ist überzeugt, es handelt sich um Mord. Ein großer Teil seiner Kollegen und Mitarbeiter ist überzeugt, dass Adamsberg nun wirklich den Verstand verloren habe. Aber er bleibt dabei, forscht nach, findet nach und nach heraus, dass die Opfer der Einsiedlerspinne als Kinder in einem Waisenhaus mit Spinnenbissen Angst und Schrecken verbreitet hatten. Haben sich die Opfer an den Tätern gerächt? Eine naheliegende Lösung, aber da sind wir gerade auf halber Strecke im Krimi. Die Untersuchung nimmt immer neue Wendungen, viele von Adamsbergs Ideen erscheinen auch dem Leser befremdlich, so wie zumindest einem Teil seiner Kollegen auch.
Den berühmten esprit cartésien der Franzosen, Orientierung an Vernunft und Logik, die findet man bei Vargas Hauptfigur nicht. Er lässt sich leiten von Ahnungen, schreibt Wörter und Sätze auf, die ihn berührt haben, liest sie immer wieder, untersucht die Wortbedeutungen.
In Frankreich war der Roman ein Riesenerfolg und sicher haben die Adamsberg-Krimis ein großes Suchtpotenzial.
Fred Vargas: Der Zorn der Einsiedlerin, Limes 2018, € 23,00, ISBN: 978-3-8090-2693-8

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