Dina Nayeri: Drei sind ein Dorf

„Dein Leben war ein Seidenkleid, das hundert Näherinnen blenden kann, und du zündest es einfach an.“ Die Mutter kann nicht verstehen, dass ihre Tochter Nilou die Sicherheit ihrer Existenz, ihre Ehe mit dem erfolgreichen französischstämmigen Anwalt Gui aufs Spiel setzt.
Die achtjährige Nilou, ihr jüngerer Bruder Kian und ihre Mutter mussten nach der Machtübernahme der Mullahs im Iran das Land verlassen. Nilous geliebter Vater, erfolgreicher Zahnarzt, Liebhaber persischer Lyrik und Literatur, bleibt im Iran, verspricht, „Dina Nayeri: Drei sind ein Dorf“ weiterlesen

Husch Josten: Land sehen

Der Bonner Literaturprofessor Horand Roth („Hora“) führt ein zurückgezogenes Leben, getrennt von seiner Frau Patricia, distanziert. Das (literarische) Schreiben hat er aufgegeben. Ihm, der sich professionell mit Texten auseinandersetzt, ist klar: Ich werde nicht in der Lage sein, irgendeine Erfahrung darzustellen, die nicht schon andere gemacht haben, etwas erzählen können, was nicht andere schon besser erzählt haben.
„Husch Josten: Land sehen“ weiterlesen

Ralf Rothmann: Im Frühling sterben

Kurz vor Kriegsende in Norddeutschland: Der „Reichsnährstand“ lädt zu einem Tanzvergnügen ein, erstaunlich in diesen Zeiten. Walter und Fiete, die beiden 17-jährigen Melker auf einem großen Landgut, wundern sich zwar auch, wollen sich aber die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Patriotische Reden werden geschwungen von Durchhalten und Endsieg, dann stellt sich heraus: Das ganze ist eine Rekrutierungsveranstaltung für die Waffen-SS. Die beiden jungen Männer können sich nicht „Ralf Rothmann: Im Frühling sterben“ weiterlesen

Ralf Rothmann: Der Gott jenes Sommers

Aus der Sicht der 12-jährigen Luisa wird das Leben auf einem großen Gutshof in der Nähe von Kiel in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs geschildert. Seit der Zerstörung ihres Hauses in Kiel durch einen Bombenangriff leben Luisa, ihre Mutter und die ältere Schwester auf diesem Gut. Luisas Vater  ist weiterhin in Kiel, kommt nur gelegentlich und von Luisa immer sehnsüchtig erwartet auf  den Hof. Luisas Halbschwester Gudrun ist mit dem Besitzer des Gutshofs, einem hohen SS-Offizier, verheiratet. Das verschafft der Familie wichtige „Ralf Rothmann: Der Gott jenes Sommers“ weiterlesen

Angelika Klüssendorf: Jahre später

Mit „Jahre später“ hat Angelika Klüssendorf den dritten Teil ihrer Romantrilogie vorgelegt und setzt damit die Geschichte des Mädchens April fort, die unter widrigen Umständen in der DDR aufwächst und ihren Weg geht.
Mir waren die beiden vorausgegangenen Romane „Das Mädchen“ und „April“ nicht bekannt. Ich wollte aber unbedingt wissen, welche Erfahrungen die junge Frau geprägt haben, die mir in „Jahre später“ begegnete. Man muss aber die beiden vorausgegangenen Romane nicht kennen, um die Heldin in „Jahre später“ zu verstehen. Das Vergangene taucht immer wieder auf als Erinnerung, Tagtraum oder in realen Begegnungen.

„Angelika Klüssendorf: Jahre später“ weiterlesen