Beate Sauer: Der Hunger der Lebenden

Spannend ist er, der historische Krimi, der im Sommer 1947 in Köln und im Bergischen Land spielt. Und er vermittelt ein plastisches Bild der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Der Fall scheint klar zu sein: Die Gutsbesitzerin und ehemalige Polizistin Ilse Röder wird erschossen aufgefunden, verdächtig ist Franziska Wagner, die man mit einer Pistole in der Hand neben der Leiche angetroffen hat. Friederike Mathée, einer jungen Polizistin, kommen aber Zweifel, sie hat Mitleid mit Franziska, die, unter anderem durch den Tod ihres Vaters, aus der Bahn geraten ist und dann als „Asoziale“ in ein Lager in der Uckermark
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Anthony Horowitz: Ein perfider Plan. Howthorne ermittelt

Wir kennen Anthony Horowitz von seinen wunderbaren Sherlock-Holmes-Geschichten. In diesem Roman schlüpft er gewissermaßen selbst in die Rolle des Doktor Watson: Der Privatdetektiv und Polizeiberater Daniel Howthornebittet ihn, seine Ermittlungen in einem besonderen Fall zu dokumentieren und später zu einem Buch zu verarbeiten. Dabei geht es um den Mord an Diana Cowper, einer wohlhabenden Mäzenin Londoner Theater und Mutter eines bekannten Hollywood-Schauspielers. Sie wird erdrosselt aufgefunden, nachdem sie am gleichen Tag in einem Londoner Beerdingungsinstitut erschienen war, um ihre eigene Beisetzung zu planen. „Anthony Horowitz: Ein perfider Plan. Howthorne ermittelt“ weiterlesen

Graham Moore: Der Mann, der Sherlock Holmes tötete

1893: Arthur Conan Doyle hat genug von ihm, diesem Sherlock Holmes, der ihm zwar jede Menge Ruhm und nebenbei auch ein auskömmliches Leben eingebracht hat, der aber gleichzeitig den Blick auf sein sonstiges literarisches Werk verstellt. Immer wollen die Leute nur von Sherlock hören, immer wieder Sherlock. Conan Doyle mag nicht mehr. Er beschließt daher, Sherlock sterben zu lassen und lässt ihn in den Reichenbachfällen in den Schweizer Alpen umkommen. Der Autor ist mit diesem Entschluss ausgesprochen zufrieden, das Publikum allerdings überhaupt nicht. Conan Doyle wird in der Öffentlichkeit beschimpft und sogar angegriffen. Er muss sich als Mörder des weltberühmten Detektivs bezeichnen lassen.

Jahre später wird der Autor Opfer eines Briefbombenanschlags, der zu seinem Glück glimpflich verläuft. Zusammen mit der Bombe wird ihm das Bild einer ermordeten jungen Frau zugesandt. Da er der Polizei – ähnlich wie sein Held Sherlock – nicht besonders viel zutraut, unternimmt er selbst Nachforschungen. Sein Freund Bram Stoker, der Schöpfer von Dracula, unterstützt ihn dabei.

2010: In einem Hotel in New York treffen sich die Baker Street Irregulars, eine literarische Gesellschaft, die sich mit den Erzählungen rund um Sherlock Holmes befasst. Ein führendes Mitglied hat für den folgenden Tag eine Sensation angekündigt: Er werde einen Band der Tagebücher Conan Doyles präsentieren, der seit jeher als verschollen galt und nach dem er bereits zeit seines Lebens auf der Suche war. Doch bevor er seinen Fund dem staunenden Publikum vorführen kann, wird er tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden, und das Tagebuch ist erneut verschwunden. Ein anderer Irregular, der Literaturwissenschaftler Harold White, sowie die Journalistin Sarah Lindsay machen sich nach England auf, um Mörder und Tagebuch zu finden. „Graham Moore: Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“ weiterlesen

Fred Vargas: Der Zorn der Einsiedlerin

Der Zorn der Einsiedlerin von Fred Vargas

Nein, ein gewöhnlicher Krimi ist es nun wahrlich nicht, den die „Königin des französischen Kriminalromans“ (Figaro) geschrieben hat. Schon dass neben der eigentlichen Fall von Kommissar Adamsberg noch sozusagen im Vorbeigehen weiterer Mordfall gelöst wird, passt nicht ins Krimiraster.
Mehr oder minder zufällig stößt Adamsberg darauf, dass sich einer seiner Mitarbeiter für Todesfälle durch Spinnenbiss interessiert. Seiner Intuition folgend beschäftigt sich der Kommissar mit diesen Todesfällen. Er glaubt nicht an Unfälle, er ist überzeugt, es handelt „Fred Vargas: Der Zorn der Einsiedlerin“ weiterlesen

C. J. Tudor, Der Kreidemann

 

Als der zwölfjährige Eddie mit seinen gleichaltrigen Freunden im Sommer 1986 einen Jahrmarkt besucht, ereignet sich ein furchtbarer Unfall, bei dem in Eddies unmittelbarer Nähe ein Mädchen schrecklich verletzt wird. Ein Lehrer seiner Schule, Mr. Holloran, greift beherzt ein und rettet dem Mädchen das Leben. So kommt Eddie in Kontakt mit Holloran, der neu in der Stadt und Hobbymaler ist. Er bringt Eddie und seine Freunde auf die Idee, sich mittels kleiner Kreidestrichmännchen, die sie auf die Straße und auf Mauern kritzeln, gegenseitig Botschaften zukommen zu lassen. Eines Tages weisen diese Kreidemännchen den Weg zu einem grausigen Leichenfund. Es kommt zu keiner Verhaftung. „C. J. Tudor, Der Kreidemann“ weiterlesen