Tage in Cape May

Effie und Henry verbringen ihre Flitterwochen in Cape May, einem verschlafenen Ferienort an der amerikanischen Westküste. Ein Onkel hat ihnen dort sein kleines Ferienhaus zur Verfügung gestellt, nicht ohne Besorgnis, sie könnten das Haus in Unordnung hinterlassen oder ungebührlich viel von den Spirituosen trinken, die im Hause sind. Es ist Herbst 1957, die beiden scheinen die einzigen Feriengäste zu sein, bis zum Beginn der neuen Saison ist Cape May fast völlig verlassen. „Tage in Cape May“ weiterlesen

Jewegeni Wodolaskin: Luftgänger

Innokenti Platonow erwacht 1999 in einem Krankenhausbett in Petersburg und hat sein Gedächtnis verloren. Sein deutscher Arzt Geiger bittet ihn, ein Tagebuch zu führen. In dieses Tagebuch finden sich eingestreut Bruchstücke aus Erinnerungen, sodass Geigers Idee, Innokenti über das Tagebuch Zugang zu dem verschütteten Gedächtnis zu ermöglichen, aufgeht. Für den Leser fügen sich diese Bruchstücke zu einer Biographie eines Menschen zusammen, der „so alt ist wie das Jahrhundert“. Wie kann es sein, dass dieser vielleicht Dreißig- oder Vierzigjährige schon Zarenzeit, Revolution und Stalin erlebt hat? Er erinnert sich an seine behütete Kindheit, z.B. an einen Aviator („Luftgänger“), der sich kühn mit einem Doppeldecker bei einer Flugschau in die Lüfte hebt. Innokenti und sein Cousin sind davon völlig fasziniert.
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Beate Sauer: Der Hunger der Lebenden

Spannend ist er, der historische Krimi, der im Sommer 1947 in Köln und im Bergischen Land spielt. Und er vermittelt ein plastisches Bild der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Der Fall scheint klar zu sein: Die Gutsbesitzerin und ehemalige Polizistin Ilse Röder wird erschossen aufgefunden, verdächtig ist Franziska Wagner, die man mit einer Pistole in der Hand neben der Leiche angetroffen hat. Friederike Mathée, einer jungen Polizistin, kommen aber Zweifel, sie hat Mitleid mit Franziska, die, unter anderem durch den Tod ihres Vaters, aus der Bahn geraten ist und dann als „Asoziale“ in ein Lager in der Uckermark
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Nino Haratischwili: Die Katze und der General

In einem packenden Auftakt schildert Haratischwili ein tschetschenisches Mädchen, Nura, das im Begriff steht, sich aus den Konventionen und Zwängen ihres Dorfes zu lösen. Mentorin ist eine Russin, die als Lehrerin gekommen war. Allerdings muss sie wegen der im Vorfeld des ersten Tshetschenienkrieges wachsenden Spannungen das Dorf verlassen.
Im Krieg selbst wird Nura das Opfer eines brutalen  Kriegsverbrechens. Die Frage nach den Konsequenzen dieses Verbrechens, nach Schuld und Verantwortung bildet das zentrale Thema des Romans. „Nino Haratischwili: Die Katze und der General“ weiterlesen

Fred Vargas: Der Zorn der Einsiedlerin

Der Zorn der Einsiedlerin von Fred Vargas

Nein, ein gewöhnlicher Krimi ist es nun wahrlich nicht, den die „Königin des französischen Kriminalromans“ (Figaro) geschrieben hat. Schon dass neben der eigentlichen Fall von Kommissar Adamsberg noch sozusagen im Vorbeigehen weiterer Mordfall gelöst wird, passt nicht ins Krimiraster.
Mehr oder minder zufällig stößt Adamsberg darauf, dass sich einer seiner Mitarbeiter für Todesfälle durch Spinnenbiss interessiert. Seiner Intuition folgend beschäftigt sich der Kommissar mit diesen Todesfällen. Er glaubt nicht an Unfälle, er ist überzeugt, es handelt „Fred Vargas: Der Zorn der Einsiedlerin“ weiterlesen